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Der Opiumhandel ist weltweit organisiert. Die amerikanische Drogenaufsichtsbehörde versucht zu verhindern, dass den Taliban in Afghanistan Opiumgelder zufließen, berichtet aber zugleich von den Schwierigkeiten, die Ausbreitung des Handels einzuschränken. Bis zu einer halben Milliarde Dollar verdienen die Taliban im Jahr am Geschäft mit der Droge. Schätzungsweise 90 Prozent des Opiums schmuggeln sie an den Kontrollposten der Behörden vorbei aus dem Land – über die 1.200 Kilometer lange Grenze zwischen Afghanistan und Tadschikistan.

Indien geht einen anderen Weg im Umgang mit der Droge. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts galt Opium als wichtiges Heilmittel der westlichen Medizin und wurde legal produziert. Anlass zur Sorge gab die schnell eintretende Abhängigkeit. Morphin sollte diese Gefahr beheben, hatte jedoch den gleichen Effekt. Auch Heroin galt zunächst als weniger suchtauslösend, verschlimmerte das Problem jedoch weiter.

Um 1900 waren hunderttausende Amerikaner von legal bezogenem Morphin und Heroin abhängig. 1920 wurde der Konsum verboten. Heute scheint der Kampf gegen den Drogenhandel verloren. Trotz immer größerem Einsatz von Polizei, Soldaten und Grenzkontrollen nimmt das Opium nahezu ungehindert seinen Weg in die Großstädte Amerikas und Europas. Könnte die Legalisierung eine Lösung sein und den Abhängigen einen Ausweg aus dem Teufelskreis von Sucht und Kriminalität weisen? Auch sind die Profite der Drogenbarone, Schmuggler und Dealer nur aufgrund der Illegalität von Handel und Konsum möglich.

Nun versuchen Ärzte und Sozialarbeiter, neue Wege zu gehen, um ihren Patienten zu helfen. So dürfen in Vancouver in der Klinik „Insite“ auf der Straße gekaufte Drogen unter Aufsicht eingenommen werden. Doch Kanadas Regierung versucht beim obersten Gerichtshof zu erreichen, dass „Insite“ schließen muss. Auch in den USA fließen Milliarden in die Drogenbekämpfung. Ein Großteil des Geldes wird für den Strafvollzug ausgeben.

In Portugal dagegen steht Überlebenshilfe im Vordergrund. Drogenabhängigkeit wird nicht mehr kriminalisiert, sondern als Krankheit angesehen. Gefängnisstrafen wegen Drogenkonsum wurden abgeschafft, die freigewordenen Mittel fließen in ein Sozial- und Gesundheitsprogramm. Es gibt zwar immer noch Sanktionen und Strafmaßnahmen für Missbrauch, aber kein „Wegschließen“ mehr. Das Programm weist beeindruckende Erfolge auf und zeigt, dass es eine Alternative zur Null-Toleranz-Politik im Kampf gegen Drogen gibt.

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